Ein Schach als Alternative ;o)

Ein selbstgemachtes Schach für unser Kind

Lieber Leser,

 

für heute stand eigentlich eine neue Folge meiner DIY-Serie "Dreikäsehoch packen ihren Koffer und nehmen mit..." auf dem Plan mit der Ankündigung, dass ich endlich mein E-Book zur Strickjacke veröffentliche.

Das E-Book ist fertig :o), liegt allerdings noch beim Lektorat zur Überprüfung und Ausmerzung aller darin vorhandenen Fehler. Leider ist meine liebe Lektorin Anette krank geworden und wir mussten unsere Korrekturbesprechung verlegen.

Anette hat mir versprochen sich zu melden, sobald es ihr möglich ist. Sollte dies in den kommenden zwei bis drei Tagen geschehen, werde ich das E-Book direkt vorstellen. Sollte es aber länger dauern, dann wird es nach meiner Sommerpause erscheinen. Ich hoffe, du hast noch ein wenig Geduld?

 

Aber!!! Dafür habe ich eine schöne Alternative mitgebracht!

Ich zeige dir heute einfach mal noch schnell das Schachspiel, das mein Mann und ich gemeinsam für unseren Jüngsten selbst gebaut haben.

 

Unser Sohn spielt sehr gern Schach und ich liebe es einfach Spielsachen für unsere Kinder selbst zu machen.

 

Von Puppen, Puppenhäusern und Hasen, Steckenpferden, über das Tier-ärgere-dich-nicht bis hin zum Fee-ärgere-dich-nicht war schon alles dabei.

In meinem alten Blog unter der Rubrik für meine Kinder findest du noch mehr selbstgemachtes Spielzeug.

 

Nachdem ich nun Runde um Runde mit meinem Jüngsten Schach spielte, er nahezu immer verlor und mir doch unerschüttert mit großer Willenskraft immer wieder den Kampf ansagte, war mir klar: er bekommt eines Tages ein selbstgemachtes Schach von uns.

Im Dezember letztes Jahr haben dann mein Mann und ich begonnen an dem Schach zu arbeiten. Der Geburtstag sollte im April sein. So hätten wir genug Zeit. Wir nannten es liebevoll Ferienprojekt, weil wir in den Winterferien den Auftakt hatten. Diese reichten natürlich nicht aus ;o)!

 

Organisiert wie wir sind, teilten wir uns die Arbeit gerecht auf :o)! Mein Mann war für das Brett zuständig und ich für die Figuren.

 

Um noch mehr Kontinuität und um eine nette Gesellschaft zu bekommen, arbeitete mein Mann immer mittwochs beim Handarbeitslehrer unserer Schule beim Werkkurs an seinen Hölzern.

Aus dem hellen Ahorn und dem dunklen afrikanischen Mimri sägte er jedes der 64 Quadrate von Hand aus.

Diese fanden irgendwann auf einer Leimholzplatte ihren Platz und wurden unter Zuhilfenahme von Leim und Schraubzwingen für die Ewigkeit (hoffentlich ;o)) fixiert. Danach schliff und  schmirgelte er liebevoll und unermüdlich bis die Oberfläche des Schachs glatt war, wie ein Babypopo ;o).

 

Für die Ränder verwendete er Buche, die er mit einem Hohleisen schnitzte. Die Ecken wurden aus Robinie gesägt und ebenfalls beschnitzt.

 

Als sein Werk nach mehreren Wochen gerade rechtzeitig fertig wurde, musste es nur noch mit zweifach gekochtem Leinöl eingerieben werden.

 

Von nun an breitet sich dieser wunderbare Duft des Leinöls immer in dem Raum aus, in dem gerade gespielt wird.

In der Zwischenzeit kümmerte ich mich um die Schachfiguren. Ich wählte verschieden große Holzkegelfiguren aus. Nach langem Hin- und Herüberlegen entschied ich das Schach in Naturtönen hell und dunkel zu machen.

 

So wurden die hellen Figuren mit Leinöl eingerieben, die dunklen hingegen mit einer Holzlasur von Alchimea in dem schönen Braunton Palisander.

 

Anschließend malte ich ihnen mit Holzmalstiften die Gesichter auf und fixierte diese mit einem Sprühklarlack, der für Spielzeug geeignet ist.

 

Danach kam endlich die Arbeit, die mir am meisten liegt, das Nähen der Kleider ;o)!

 

Hier tobte ich mich natürlich wieder aus, packte alle Wollfilzplatten und Walkstoffe, die ich in Naturtönen finden konnte aus und schneiderte für jede Figur das passende Gewand.

Ich glaube meine Lieblingsfiguren sind die Springer mit dem Steckenpferd und die Königinnen mit ihrem langen Zopf, den ich aus Mohairwolle zauberte.... hach...

Gerne hätte ich noch einen passenden Aufbewahrungsbeutel genäht, wie bei dem Tier-ärgere-dich-nicht-Spiel, das ich vor 3 Jahren für meine Tochter machte.

 

Doch leider wurde die Zeit zu knapp und deshalb bekamen die Figuren erst mal einen Kinderkoffer aus Pappe, in dem sie schnell Platz finden, wenn das Spiel vorbei ist.

 

Vielleicht gelingt es mir einen Beutel bis zum nächsten Geburtstag zu nähen ;o).

So wurde unser Schach aber rechtzeitig fertig und die Überraschung ist gelungen.

Das Schönste war die gemeinsame Arbeit mit meinem Mann vorher, die Heimlichtuerei und das Verstecken und natürlich das glückliche Gesicht unseres Kindes, als es das Schach auf dem Geburtstagstisch fand.

 

Seitdem wird nur noch mit unserem selbstgemachten Schach gespielt und inzwischen wurde ich auch immer öfter geschlagen... schnief... ;o)

Und da Sohnemann wieder die Figuren aufgestellt hat und zum Spiel ruft, verabschiede ich mich schnell und wünsche dir noch einen schönen Sonntag!

 

Deine Barbara

 

PS: ich spiele übrigens immer mit der weißen Armee ;o)

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Kommentare: 4
  • #1

    Inge (Sonntag, 25 Juni 2017 17:18)

    Liebe Barbara,

    was ist das für ein unnachahmliches und einmaliges Schachspiel! Grandios finde ich es, zumal es noch in geheimnisvoller Teamarbeit von Dir und Deinem Mann entstanden ist. Ich bin überzeugt, Sohnemann wird es heiß und innig lieben. Wer hat schon so ein tolles und selbstgemachtes Schachspiel. Das scheint ihn außerdem sehr zu beflügeln, denn ich befürchte, Du wirst Dich in Zukunft ganz schön anstrengen müssen, wenn Du gegen ihn gewinnen willst ... :-)
    Liebe Sonntagsgrüße
    Inge

  • #2

    Barbara aus Barbaras-Puppen-Welt (Sonntag, 25 Juni 2017 17:57)

    @Inge

    Liebe Inge,

    vielen Dank! Ja, das ist einfach das Schönste am Schenken, wenn man jemanden überraschen kann und er sich freut. Das mit dem Anstrengen befürchte ich auch, hihi ;o)))! Er wird immer besser und besser!

    Hab einen schönen Abend! Liebe Grüße

    Barbara

  • #3

    sandy (Montag, 26 Juni 2017 23:59)

    Hallo liebe Barbara, ach ist das wieder allerliebst!!! So liebevoll und einfach entzückend...! Ich lerne ja grade Schach an meiner neuen Arbeitsstelle im Hort. Bei solch süßen Figuren würden mich meine Hortkinder aber an die Wand spielen! Ich wäre nur mit den hübschen Figuren beschäftigt und bei Zeiten Schach- Matt!

    Liebe Grüße Sandy!

  • #4

    Barbara aus Barbaras-Puppen-Welt (Dienstag, 27 Juni 2017 09:17)

    @Sandy

    Liebe Sandy,

    da muss ich jetzt schmunzeln... mir geht es da Ähnlich, statt auf die kommenden Züge zuachten, schaue ich mir eher die Fguren an, drehe sie zu mir und schaue sie mir von allen Seiten an ;o))) .. das steigert natürlich gleich die Chancen für meinen Sohn ;o)))

    Vielen Dank für deinen Besuch! Liebe Grüße

    Barbara